INTACT e.V. - Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen Ghana

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Aufklärung in den Grenzgebieten von Ghana und Burkina Faso

Sowohl in Ghana als auch Burkina Faso ist die Genitalverstümmelung gesetzlich verboten und wird bestraft. Dennoch wird sie im Norden Ghanas noch von einigen ethnischen Gruppen praktiziert. Auch in der Grenzregion Burkina Fasos zu Ghana sind noch viele Mädchen und Frauen von Genitalverstümmelung betroffen. Teilweise handelt es sich um die gleichen ethnischen Gruppen.

Dies erleichtert die grenzüberschreitende Praktik: Eltern oder Beschneiderinnen, die noch an der Tradition festhalten, überqueren die Grenzen, um Mädchen im Nachbarland beschneiden zu lassen. So hoffen sie, einer Strafverfolgung zu entgehen. Durch die Zusammenarbeit von zwei ghanaischen und einer burkinischen Partnerorganisation soll dies verhindert und die Praktik in den Projektgebieten überwunden werden. Auch mit unseren Partnern aus unserem erfolgreichen Projekt in Togo findet eine Kooperation statt: so soll sichergestellt werden, dass die Tradition der Genitalverstümmelung in Togo nicht wieder aufflammt, Rückfälle verhindert und einige wenige "Hartgesottene", die in Togo nach wie vor an der Praktik festhalten, überzeugt werden, diese endgültig aufzugeben.   

Im September 2015, im Juli 2016 und Mai 2017 haben unsere Partner im Grenzgebiet von Ghana, Burkina Faso und Togo Seminare für Beschneiderinnen und für traditionelle und religiöse Autoritäten organisiert. Hier erhielten die Teilnehmer detaillierte Informationen zu den gesundheitlichen Folgen, den spirituellen Hintergründen und rechtlichen Aspekten von Fachpersonal. Neu waren genitale Untersuchungen von Mädchen, die an den Folgen von Genitalverstümmelung leiden. Die Beschneiderinnen (knapp 100), die direkt mit den Folgen ihre Tuns konfrontiert wurden, waren sehr betroffen und erklärten die Praktik aufzugeben und in der Aufklärungsarbeit mitzuwirken. Ebenso erklärten rund 150 Traditionshüter von nun an keine Genitalverstümmelung mehr in ihrem Einflussbereich zu dulden und arbeiten nun in der Aufklärungsarbeit mit. So konnten bereits weitere noch aktive Beschneiderinnen, Eltern, die ihre Mädchen noch beschneiden lassen und betroffene Mädchen identifiziert werden. Durch die neue Strategie der genitalen Untersuchungen hat sich auch herausgestellt, dass noch mehr Mädchen im Grenzgebiet Ghanas zu Burkina Faso und Togo betroffen sind, als bei Projektstart angenommen. Daher plant (I)NTACT noch bis mindestens 2020 in der Grenzregion zu arbeiten. 

Außerdem unterstützt (I)NTACT diejenigen Mädchen, die an den Untersuchungen teilgenommen haben und an Folgen der Genitalverstümmelung leiden mit einem Beitrag zur medizinischen Behandlung.

Weitere Infos zum Projekt finden Sie auch in unserem Jahresrückblick 2015.

 
 
 
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