INTACT e.V. - Internationale Aktion gegen die Beschneidung von Mädchen und Frauen Burkina Faso

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Hohe Beschneidungsrate: Der Bedarf an Aufklärung ist groß

Seit 1999 finanziert (I)NTACT Aufklärungsprojekte in Burkina Faso, seit 2007 mit Unterstützung des BMZ. Die Aktivitäten der Partnerorganisationen reichen von Theateraufführungen, Fortbildungen von Sozialarbeiterinnen, Gesundheitspersonal und Lehrern, über die Zusammenarbeit mit Beschneiderinnen, Überzeugungsarbeit mit lokalen Entscheidungsträgern, wie religiösen Führern und traditionellen Dorfchefs, bis hin zur flächendeckenden Aufklärung der Dorfbevölkerung mit speziellem Augenmerk auf Familien, in denen Mädchen im beschneidungsfähigen Alter aufwachsen.

Durch die intensive Aufklärungsarbeit konnten wichtige Erfolge erzielt werden: insgesamt 1.089 Dörfer haben die Aufgabe der grausamen Tradition verkündet, über 100 Beschneiderinnen haben erklärt, ihr blutiges Handwerk nicht mehr auszuüben und rund 250 traditionelle und religiöse Führer erklärten, dass sie in ihren Einflussgebieten dafür sorgen, dass die Mädchen nunmehr unversehrt aufwachsen dürfen. 

Es gibt jedoch auch noch große Herausforderungen. Landesweit ist die Genitalverstümmelung durch verschiedene Projekte und ein gesetzliches Verbot zurückgedrängt worden. Dennoch sind laut Studien immer noch mindestens 13 % der Mädchen im Alter zwischen 0 und 14 Jahren beschnitten. Insgesamt sind  76 % aller Frauen und Mädchen betroffen. Eltern oder Beschneiderinnen, welche die Tradition nach wie vor praktizieren, reisen in benachbarte Provinzen oder in die Nachbarländer, um dort Mädchen zu beschneiden. Häufig kommt es auch vor, dass Mädchen bereits im Babyalter beschnitten werden. So hofft man, einer Strafverfolgung zu entgehen.

Intensive Arbeit vor Ort

Um die grenzüberschreitende Praxis der Genitalverstümmelung zu bekämpfen, läuft seit Anfang 2014 ein grenzüberschreitendes Projekt im Norden Ghanas und Süden Burkina Faso. Im April 2015 ist ein neues zweijähriges Projekt in 23 Kommunen in Burkina Faso gestartet. Beide Projekte werden teilfinanziert vom Bundesministerium für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung.

Unsere burkinischen Partnerorganisationen haben seit April 2015 schon wichtige Fortschritte erzielen können: so fanden in zahlreichen Dörfern bereits öffentliche Diskussionsrunden und Filmvorführungen statt. Mit Hilfe von Vertrauenspersonen konnten die Projektmitarbeiter zudem schon viele Beschneiderinnen und traditionelle Chefs, die Einfluss auf die Tradition haben, identifizieren. Für einen Teil haben Seminare stattgefunden, bei denen sie genaue Informationen zu den schlimmen gesundheitlichen Folgen, den rechtlichen Aspekten und den spirituellen Hintergründen erhalten. Wichtig ist auch der gemeinsame Austausch und die Möglichkeit, gemeinsam den Entschluss zu fassen, die grausame Tradition aufzugeben. Wie auch im grenüberschreitenden Projekt im Norden Ghanas und Süden Burkina Fasos wenden unsere Partner eine neue Strategie an, die auf enorme Resonanz bei der Bevölkerung, den Beschneiderinnen und Traditionshütern, aber auch der Regierung stößt: Mädchen, die in den letzten 3 Jahren Opfer von Genitalverstümmelung wurden erhalten während der Seminare kostenlose gynäkologische Untersuchungen. Die Beschneiderinnen dürfen mit Einverständnis der Eltern anwesend sein und erleben so hautnah die schlimmen Folgen ihres Tuns. Über 100 Beschneiderinnen haben erklärt, die Praktik aufzugeben und arbeiten nun aktiv in der Aufklärung mit. Sie helfen mit, weitere noch aktive Beschneiderinnen und Eltern, die ihre Töchter noch verstümmeln lassen wollen, zu identifizieren. Die Mädchen, die an den Untersuchungen teilgenommen haben und an Folgeschäden der Genitalverstümmelung leiden erhalten von (I)NTACT eine HIlfe bei der medizinischen Behandlung.

 


 

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